Der Faun, ein Fabelwesen aus der Mythologie, halb Mensch halb Tier, rührt an den Aggregatzuständen des Lebens. Grenzen- Übergänge-Verwandlungen werden durch Tanzkörper, Geisträume und Seelengründe hindurch bewegt. Der Faun tanzt in und mit der Natur, wie auch mit seinen Bewohner*innen wie Eseln, Schweinen, Hühnern u.a.m.
Foto/Stimme
Gabriella Gombas kreiert Stimm-und Klang Landschaften im Dialog zum Tanz –Ihre Stimme als Anrufung der Kräfte, Beschwörung der verschiedenen Ebenen der Lebenskreisläufe. Zum anderen begleitet sie die Prozesse der Tanzerarbeitungen und gestaltet Fotoreihen zu Bildkapitel.
Nachmittag eines Fauns
Frei nach Erlkönig von Johann Wolfgang Göthe
Wer tanzt Da so spät durch Nacht und Wind? Es ist der Faun, es ist der Faun mit seinem Bock. Dieser hält ihn warm, viel Erde um seinen Arm.
Der Faun mit Horn und Schweif tanzt durch den Nebelschweif. Sanft flüstert er mir „ Komm liebes Menschenkind, tanzt mit mir. Gar wundersame Spiele spiel ich mit Dir. Manche verwunschene Blume steht am Rand und Mutter Erde macht uns unser goldenes Gewand."
Ich lausche, horche, höre was der Faun mir tanzend verspricht. Bleib ruhig, bleib ruhig mein Kind - in den grünen Bäumen säuselt der Wind.
Willst Du im Tanz mit mir gehen? Meine dunklen Erdentöchter warten schon. Die Töchter führen die dunklen Reihen - wiegen und tanzen und singen Dich ein.
Und ich seh sie Dort - sie tanzen und tanzen und tanzen an diesem wilden Ort. Mein Herz - mein Herz, ich seh die Gewalten walten - Himmel und Erde öffnen ihre Spalten. Es ist ein Wiegen und Wellen der toten Gestalten.
Die Erde - die Erde sie fasst uns an und hat uns doch kein Leid angetan. Da tanzt der Faun wild und geschwind. Er wiegt in seinen Armen den Tod und das werdende Kind.
Ein Langzeitprojekt mit
- Trailer - Performance - Lesezyklus für Gräser, Blumen, Bäume, Tiere - Kunstbuch – fotografische Inszenierungen und Texte
Zeitspanne
Herbst 25 – Open end
Im zeitgenössischen Kontext zu «l`après midi d`un faun« von Nijinsky (1889-1950), uraufgeführt im Jahr 1912. Eine Ode an den legendären und grössten Balletttänzer seiner Zeit Waslaw Nijinsky.