Puppets, Puppets

Puppets, Puppets

Ein Kunstprojekt von Schmalz/Gombas
in Kooperation mit Anna von Siebenthal, Leonie von Siebenthal
mit den Gästen Spieltrieb, Astrid Künzler und Gabi Glinz

Schmalz-Gombas

Performances
Von Mai bis Oktober 2023 finden drei Performance-Blöcke statt. Alle Akteure gehen vom gleichen Setting aus und performen in einer Installation mit sieben lebensgrossen Schaufensterpuppen und Objekten.
Jeder der Blöcke gestaltet mehrere in sich geschlossene abendfüllende Performances mit eigenen Fragestellungen, Codierungen und Decodierungen.

Zeitraum und Handlungsorte der 3 Performanceblöcke


8.Oktober 23    Lokremise in St. Gallen   
Schmalz-Gombas              - Tanz / Gesang 
Anna von Siebenthal         - Tanzperformance            

Puppets, Puppets Schmalz / Gombas LIVE am 8. Oktober 2023 19:30



Puppets, Puppets: LIVESTREAM | Theater & Bühne | Tanz | 08.10.2023
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Juli 23   Kunst im Depot    Winterthur 
Gabi Glinz/Astrid Künzler   - Tanzperformance
Anna von Siebenthal         - Tanzperformance
Schmalz-Gombas              - Tanzperformance/Stimmlandschaften    _____________________________________________________________________     

Mai 23   Alter Schlachthof   Sigmaringen D
-Schmalz-Gombas             - Tanzperformance/ Stimmlandschaften       
-Spieltrieb                 - Improtheater
-Anna von Siebenthal        - Tanzperformance                           

Konzept

Ausgangspunkt von Puppets, Puppets ist eine Installation mit sieben Schaufensterpuppen und textilen Objekten, die in aufeinanderfolgende Performance-Blöcken von den Akteuren in ihrer ganz eigenen Sprache interpretiert werden.
Die Puppen sind Platzhalter in unserer performativen Arbeit und fungieren als Trägerinnen von Spiegelung, Wunschbild und Alter Ego. Vorgängige Bedeutungen der Menschen- und Puppenkörper wie gesellschaftlich codierte Körperbilder werden von uns durch die performativen Elemente Tanz und Gesang, sowie gestalterischen Prozessen überlagert, verschoben und neu kommentiert. Thema und Ziel sind die Befreiung des Körpers aus dem Korsett des Mechanischen hinein ins Bewegte.

Kann das Verborgene sichtbar gemacht, Schein in Sein, Mechanik in Lebendigkeit gewandelt werden? Oder umgekehrt – das Künstliche dem Tod überführt werden, mechanische Grundstrukturen in der Lebendigkeit aufgezeigt, dem Sein ein Schein verleiht werden?

In unserer Inszenierung sind die Puppen Schlüsselfiguren und katalysieren das Geschehen der Performances. In Resonanz zu den Kunstfiguren werden von uns Haltungen eingenommen, bewusst gewählt, dialogisch und monologisch. Es entstehen Beziehungen zu- und untereinander – sich in der Familie der Figuren bewegen und bewegen lassen. Was spielt sich dabei ab, welche Zwiegespräche werden sich uns eröffnen? Jede Antwort wird eine neue Türe öffnen, wobei der Ausgang noch ungewiss ist.

Im Spiel zwischen Mensch und Puppe werden innere Zusammenhänge rund um menschliche Regungen sichtbar gemacht. Dieser Tanz provoziert kleine Bewusstseinssprünge, Kurzschlüsse und Überraschungen. Der Performer*innen bewegen sich in ihrer traumwandlerischen Motion.
Wir bewegen uns im Spannungsfeld zwischen Natur und Artefakt, Körper und Künstlichkeit. Dazu initiieren wir eine Transformation unserer Puppen, die sukzessive Umformung geschieht mittels Recyclings von Textil- und Kunststoffmaterialen, die zur Ausgestaltung der Objekte für die Puppen verwendet werden. Wir benutzen Plastiksäcke, alte Kleider und Vorhänge, Fischernetze, präparierte Handspiegel und Nylon-Strümpfe. Es werden u.a. Verlängerungen von Armen, Beinen entstehen, die in den Raum auslaufen, Ausbuchtungen von Schultern und Hüften. Wir fokussieren einzelne Körperteile, tanzen mit einem Arm oder schütteln Hände aus dem luftleeren Raum und besingen dazu einen Abschied.

Der Tanz
Die Tanzgesten, die sich dazu versammeln dringen durch meine Arme, Hände, Beine und Füsse hindurch und kommen so in Resonanz zu den Figuren zum Vorschein. Kurz gesagt, die Haltungen und körperlichen Ausrichtungen, die mein Körper in sich aufgenommen hat werden für einen Moment sichtbar und tauchen wieder ab. Mein Tanz, eine jahrzehnte andauernde Ode an die japanischen Butohtänzer Kazuo Ohno und Tatsumi Hijikata. In meinem Alter von 66 bin ich an der Durchlässigkeit des Körpers, an der Reduktion der Bewegung interressiert und weniger an einer Technik – ist die s noch Tanz?

Der Gesang
Die Stimmlandschaften eröffnen unterschiedliche Ebenen und führen durch Höhen und Tiefen unseres Menschseins. Emotionale und körperliche Innenräume werden nach aussen bewegt. Eine klangliche Reise, ein ausgestalteter Dialog, der Geschichten erzählt in Resonanz zu den Puppen, dem Tanz und dem Raum. Die komplexen Ebenen von Realitäten, Träumen und Imaginationen werden durchdrungen zu einem hörbaren Geschehen. Bewusst ausgeformte Strukturen öffnen sich wieder ins Offene – Komposition und Improvisation begegnen sich.

Auszug Stimmmlandschaften

Puppen und ihre Objekte

Ziel: Gesellschaftsrelevante Fragestellungen mittels künstlerischer Arbeiten

Der neue Mensch – ein durch Technik aufgeladener Mensch, ein digitales Produkt, mit der Gentechnologie als optimistische Zukunftsvorstellung? Die gesellschaftlich relevanten, inszenierten Bilder und Handlungen, werden von uns infrage gestellt: Die Puppe dient als Projektionsfläche eigener und kollektiver Erfüllungen, Traumata und multiplen Ichs, die sich nicht nur einem Geschlecht, einer Nationalität zuordnen lassen. Die Puppe als Wunschtraum für einsame Männer oder als sexuell aufgeladener Fetisch, der das Alter negiert und den uralten Traum vom ewigen Leben erfüllt – reproduzierbar wie die Hologramme in fiktiven Livekonzerten, wie von ABBA und Elvis.

PLAY
Mitwirkende

Schmalz-Gombas, Gottlieben Thurgau      
Konzept, Ausgangsszene- und Installation, 
Tanz, Gesänge

Anna von Siebentahl, Wagenhausen Thurgau   
Tanz Performance

Spieltrieb, Sigmaringen,D
Theaterimprovisationen

Astrid Künzler, Winterthur / Gabi Glinz, Zürich			    	    Performance
 
Leonie von Siebenthal, Wagenhausen Thurgau 				    Umsetzung der Objekte für Schaufensterpuppen

Mit Unterstützung der Stadtwerke St. Gallen