Portrait

René Schmalz 1957

1978-1984 Mitglied der Performance Gruppe IX-EX-SPLUE, Basel, internationale Tätigkeiten
1985-1992 7- jährige Tanz Ausbildung  beim Tanz Pioneer Kazuo Ohno, Tokio
1990 – Performance  mit Tomiko Takai, Anzu Furakawa
Ab 1992 Performance Tätigkeiten im In- und Ausland wie Spanien, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Österreich, Dänemark u. A.
1994 Handlungsreisender in Sachen Kunst. Performatives Video mit Vali Export, Friederike Mayröcker. Video Raphael Zürcher. Begleitung Peter Grüter
1995 Sublimet cell, Performance und Hommage an Louise Bourgeois innerhalb ihrer Ausstellung Kunsthaus Bregenz
1992-2015 Künstlerduo Schmalz/Stuhlmann, Installationen und Performances – Kunsthalle Arbon, Kunsthalle Winterthur, Steirischer Herbst Graz u. A. B. / Performance – Film Produktion Ernst Thoma
2002-2008 Gastdozent an der Z.H.d.K., freie Kunstklasse 2007 – Dokumentationsvideo mit Manon, Zürich
2007 Performance – Reihe M.A. K., Wien mit Karl Alfons Zwicker
2005-2012 Interdisziplinäres Kunstprojekt Schauwerk-Blackbox in Zusammenarbeit mit der Kantonsbibliothek AR, Heidi Eisenhut. Präsentationen in der Kunsthalle Winterthur, Gessnerallee Zürich, Kunsthochschule Kopenhagen, Einstellungs-Raum Hamburg
2008 Handlung und Spur – Rauminstallationen und Performances, Oxyd Winterthur mit Christoph Rütimann, Muda Matthis, Manon, Micha Stuhlmann, Lara Stanic
Ab 2018 Künstlerduo Schmalz/Gombas, Erarbeitungen mit Wort, Fotografie, Performance, Installation

Auszeichnungen
-1986 Tokio Advices, Performance Preis
-1998 Werkbeitrag Kanton Appenzell Auserrhoden
-2003 Werkbeitrag Kanton Appenzell Ausserrhoden
-2019 Werkbeitrag Kanton St. Gallen

Zeichen im Raum
Die Gesten des Körpers am Rande der Bewegungslosigkeit, des Stillstandes – Flüchtigkeit der Ausrichtungen. Eine Vereinigung der dunklen Kräfte der Erde. Mein Körper ist nicht nur im Leben angesiedelt, sondern auch im Tod. Alles führt in eine Feier des Nichts – wie tief schweigt mein Ende in mir.

Wie in jenen verschwiegenen dunklen Räumen – verwinkelt, labyrinthisch,  warm, verzweigt, wo wir keinen Namen mehr wissen, keinen Namen brauchen, Schatten nur, Umriss, Abdruck, der sich nährt und von Nahe verschwindet. Bis jede Gestalt sich auflöst, restlos – zeitlos – raumlos, in Empfindungen, in Körpersprache – in ein Echo, so als hätte ich nie etwas gewusst. Höhlenterrains, Himmel, Wunderkammern, Spielraum, Zwischenraum in der Schwebe zwischen Leben und Tod. Atemkoordinaten. Das Leben übersetzen.  Das Sterben übertragen. Die Gnade der Natur, die Zerstörung der Natur übertragen. Die Alltagsrealitäten entriegeln, herüberholen in die unterschiedlichsten Formen und Ebenen des künstlerischen Forschen und der Praxis. Das Menschsein hinüber leiten in die Schichten der Pflanzen und Tiere.Höhen und Tiefen herleiten.Farben wechseln.


Gabriella Gombas 1961

  • Ab 1990 Diverse Auseinandersetzungen Vocal mit musikalischen Stilrichtungen von Jazz bis Worldmusik. Kompositionen und Interpretationen in diversen Formationen Asita Hamidi, Anna Kurz, Tom Longstone, Stefan Kistler, Roland Dimminger u.a.m. 
  • 1995-2000 Jazzschule Bern
  • Ab 2018 Künstlerduo Schmalz/Gombas – Fotografie, Performance, Ton, Installation 
  • Ab 2019 Intensive Auseinandersetzung mit der Zeichenhaftigkeit des stimmlichen Klangs und der graphischen Notation von John Cage – Diverse Tonaufzeichnungen aus der Spurensuche, die in Klanginstallationen ausgearbeitet werden 
  • Weil ich Sehe – Fotografie / Zeichnungen 
  • 2019 Fotografische und strukturelle Erarbeitung des interdisziplinären Kunstprojekts “the game of levels“

Fotografie / Inszenierungen
Nicht ich schaue das Motiv – ich lasse mich davon anschauen. Das Bild mit dem Blick nicht von sich stossen, sondern an mich herankommen lassen. Voll und ganz einlassen. Ich inszeniere mich blind. Und weiss nicht, was die Kamera Linse sieht . Gleichzeitig formiert sich in meinem Inneren ein geistiges Bild, noch ohne Konturen. So gehen die zwei Ebenen des Äusseren und Inneren, des Unsichtbaren und Fassbaren eine Synthese miteinander ein.
Oder es sieht Alles anders aus, obwohl sich nichts verändert hat – weil ich mich der Szene fotografisch aus ungewohnter Perspektive nähere. Schon eine leicht schräge Ausgangsposition erzeugt Reibung zum Bild und kann ungeahnte Dynamiken eröffnen. Zwischenräume unsichtbarer Regungen bekommen Konturen, dramaturgische Augenblicke von Spiel, Angst, Freude, Stille und Schwere bekommen einen Schauraum. Es ist das Objektiv, die dunkle Scheibe, die das Alltagsbewusstsein unsichtbarer Regungen bekommen Konturen, dramaturgische Augenblicke von Spiel, Angst, Freude, Stille und Schwere bekommen einen Schauraum.

Körperzeichnungen – gezeichnete Haut
Die verkörperte Wahrnehmung als Medium der Sinneswahrnehmung. Die Immanenz leiblicher Wahrnehmung benutze ich als Metasprache hin zu einem Erkennungsmaterial der visuellen Körpergeschichtsschreibung, Körperlichkeit muss von der Kunst aufgenommen werden, die vom rationellen Standpunkt aus weitgehend umgangen wird. Mit dem Akt der Hautbeschreibung interagieren vorgefundene Realitäten mit sichtbar gemachten Erfahrungen.

Stimmlandschaften
Schicht um Schicht verzweigen sich die Stimmlandschaften, geben dem Klangraum Konturen-, Schatten- und Lichtsignaturen. Klangliche Riten einer Passage, ein sinnlich-übersinnliches Areal. Meine Annäherung, Räume zu eröffnen für Seins Zustände des Menschen –  Das Furchtbare, das Wunderbare, hörbar zu machen. Meine Annäherung, mit dem Klang, der Leidenschaft für`s Leben und etwas Glück, das Grössere als wir, durch und über uns Hinausweisende erlebbar zu machen. Meine Annäherung, Türen zu öffnen, das Schwierige, Sperrige, Unliebsame einzulassen. Zulassen, Fallenlassen, Auslassen, Einlassen, Weglassen. Meine Ehrerbietung dem grossen Zero, dem Nichts. Zero, alles möglich. Ich will Alles. Ich bin Nichts. Im ewigen Bluts Anfängerinnen Geist unterwegs.

Wie lange genau geht die Dauer einer Stille, ist das noch Zeit? Wo mündet die Stille ein, spannt sie den Bogen von einem Moment zum Anderen aus? Ist sie mein Ursprung? Was genau macht den Klang aus, ist er farbig, schwarz oder unsichtbar, ist er laut, zu laut, welche Frequenzen setzt er in Bewegung?

Klang erzeugen, Stille entstehen lassen, Zwillingsschwestern. Die Eine gibts nicht ohne die Andere. Klang und  Stille, der Fächer der Verschwisterung breitet sich dem Hörsinn in immer weiteren Falten aus. Die Entsprechung des Klanges – das Hören, der am wenigsten fassbare Sinn – vor dem Sterben das Letzte, das uns mit dem Leben verbindet, der Ewigkeit vielleicht das am Nächsten. Klang, Vibration, Verdichtung, Auflösung, Resonanz im Kern des Lebens. Lass mich hören – den Herzschlag meines Da Seins.  die Wellen im Wasser

Immer JetztRaum Akustik.


Assoziationen

Die künstlerischen Erarbeitungen sind eine Liebesklage an die Natur, an die Tiere, an den Menschen. Sich erinnern, bewegen und berühren lassen, Haltungen einnehmen. Sich entblössen, gegenüberstehen, aneinander abgleiten. Verlorenes in den Ebenen suchen. Wärme, Nähe, Aggregatzustände. Gegen die Wände von Fragen laufen, verwerfen, scheitern. Zusammensinken und wieder aufstehen – wieder und wieder. Die Einsicht wiederholen.

Sich an Imaginationen, Assoziationen halten.  Eins werden wollen. Auseinandergenommen werden. Die Augen schliessen – hineinhorchen. Tanzen, singen, spüren. Sich verletzen lassen, sich schützen lassen. Pflanzen, Tieren, Menschen Raum geben. Lieben. 

Zeitlupenhaft den Träumen nachhängen.

Raum lassen für Impulse, Gedankensprünge. Das Aufbauen von Stimmungen innerhalb der Dimensionen. Im leeren Raum vorsichtig zu atmen beginnen. Es gilt, ein Reservoir zu entdecken.